• Gossen Metrawatt
  • Camille Bauer

Richtig messen - auch in verzerrten Netzen!

Richtig messen - auch in verzerrten Netzen!

Strom- und Spannungsmessumformer gibt es in zwei Ausführungen:

1. zur Messung des arithmetischen Mittelwertes (Eichung für sinusförmige Größen, Formfaktor = 1,11) und
2. für Effektivwertmessungen (rms) bei verzerrten Kurvenformen (AC-Kopplung).

Bei Leistungsmessungen erfolgt die Messung grundsätzlich bis ca. 16. Oberschwingung effektivwertrichtig. Bei handelsüblichen cos-phi-Umformern, die lediglich die Differenz der Nulldurchgänge auswerten, ist darauf zu achten, dass sich durch die Oberschwingungen keine zusätzlichen Nulldurchgänge ergeben. Besser geeignet sind hier Umformer, die den Quotienten von Pw/Ps bilden, also z.B. Multimessumformer (DME4xx, M563). Frequenzmessumformer sind in der Regel mit Eingangsfiltern versehen, die nur die Nutzfrequenz auswerten.

Sind Ihre Messumformer auch für 690 V-Netze geeignet?
Für die Messung in 690-V-Netzen sind vorzugsweise Geräte der 530er-Reihe und die Multimessumformer DME4.. einzusetzen.

Wie ist die Eingangsspannung (Nennspannung) bei Leistungsmessumformern im Drehstromnetz definiert?
In Drehstromnetzen ist die Eingangsspannung (Nennspannung) generell die verkettete Spannung (Spannung zwischen zwei Phasen). Für die Messung in 690-V-Netzen sind vorzugsweise Geräte der 530er-Reihe und die Multimessumformer DME4.. einzusetzen.

Wie lassen sich Leistungsmessumformer umkalibrieren?
Die bisherigen analog arbeitenden Geräte müssen im Werk umkalibriert werden. 
Geräte der Baureihe 530 lassen sich vor Ort geringem messtechnischen Aufwand innerhalb des Bereiches umkalibrieren, der durch den Kalibrierfaktor vorgegeben ist (siehe Betriebsanleitung). Multimessumformer (DME4xx, M563) können vor Ort mit der erforderlichen Software überkalibriert werden.

Rundsteuerfrequenzen (-signale) werden als Spannungssignale der Phasenspannung überlagert und verändern damit den Effektivwert dieser Spannung. Effektivwertrichtig messende Messumformer werten diese Spannungserhöhung folglich als Messsignal und ändern damit das Ausgangssignal um den Betrag des Einflusses der Rundsteuerfrequenz. Abhilfe schaffen fallweise Sonderauslegungen mit entsprechenden Filtern.

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