• Gossen Metrawatt
  • Camille Bauer

PG417: Aktive oder passive Prüfung?

Aktive Prüfung - Prüfling an Netzspannung

Bei der aktiven Prüfung wird der Differenzstrom, der direkte Schutzleiter­strom bzw. Berührungs­strom mit Netzspannung am Prüfling ermittelt.

Dies geschieht in 2 Schritten, wobei das Prüfgerät automatisch den Anschluß des Prüflings umpolt. Das ist der reale Betrieb, deshalb kann diese Prüfung eigentlich immer verwendet werden. Ausnahmen müssen bei Geräten mit sehr hohem Anlaufstrom, wie z.B. Motoren und Halogen­scheinwerfer gemacht werden. Durch das Zuschalten des Netzes wird sonst das Schaltrelais des SECUTEST sehr stark beansprucht und verschleißt dadurch schneller.

 aktiv, Direktmessung der Ableitströme

 

 

 

 

 

 

 aktiv, Direktmessung - Details

 

 

 

 

 

 

 

 

 aktiv, DifferenzstromMessung der Ableitströme
 MD = Prüfgerät 

 

 

 

 

 

Passive Prüfung - Prüfling ohne Netzspannung

Bei der passiven Prüfung wird ohne Netzspannung gemessen – und zwar der Ersatzableitstrom.

Das bringt nur richtige Ergebnisse, wenn keine Elektronik oder Einschaltrelais im Prüfling verwendet werden, da sonst die Messspanung den Prüfling nicht vollständig erreicht, sondern durch Relais oder Elektronik im Prüfling blockiert wird. Sind solche Elemente vorhanden, muss aktiv gemessen werden. Ansonsten ist diese Art der Messung schneller, weil nicht umgepolt werden muss.

Wenn die passive Messung zu hohe Ableitströme bringt, muss aktiv gemessen werden.
Der Grund sind meistens vorhandene Funkentstör­kondensatoren. Bei der passiven Messung werden diese parallel geschaltet und deshalb bringt diese Messung doppelt so hohe Werte. Bei der aktiven Prüfung kann immer nur ein Funkentstör­kondensator an der Phase L liegen. An dem Kondensator, der an N liegt, liegt keine Spannung an und somit wird durch ihn auch kein Ableitstrom erzeugt.

 passive Messung der Ableitströme

 

 

 

 

 

 

 passive Messung - Details  

 

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