• Gossen Metrawatt
  • Camille Bauer

PG211: Schutzleiterprüfung statt Schleifenimpedanzmessung

Kann die Schutzleiterprüfung des Profitest 204+
die Schleifenimpedanzmessung nach VDE 0113 / EN 60204 ersetzen?
 

Zitat aus der Norm Anhang (normativ)

A.4.1 Allgemeines:
Die Wirksamkeit der Maßnahmen zum Schutz bei indirektem Berühren durch automatische Abschaltung der Versorgung nach A.2 wird wie folgt überprüft:

  • Überprüfung der Kennwerte des zugeordneten Schutzgerätes durch Sichtprüfung: bei Leistungsschaltern die Nennstromeinstellung, bei Sicherungen den Bemessungsstrom und
  • Messung der Fehlerschleifenimpedanz (Zs).

Ausnahme: Wo die Berechnung der Fehlerschleifenimpedanz oder des Schutzleiter-Widerstandes zur Verfügung steht und wenn die Anordnung der Installation die Überprüfung der Länge und des Querschnittes der Leitung erlaubt, darf die Überprüfung der Durchgängigkeit des Schutzleiters die Messung ersetzen.

Die Ausnahme kann man wie folgt interpretieren:

Der Querschnitt der Leitung L und PE muss überprüft werden, das sollte kein Problem sein.
Die Durchgängigkeit des Schutzleiters kann mit dem Profitest 204+ gemessen werden.
Die Überprüfung der Länge haben wir in die Ermittlung des Grenzwerte mit einbezogen, ebenfalls die Querschnitte von L und PE. Da alle Parameter des elektrischen Widerstandes vorgegeben werden, ist die Länge der Leitung direkt proportional zum elektrischen Widerstand. Deshalb erfüllt das Ergebnis der Schutzleitermessung mit dem Profitest 204+ die Ausnahmebedingungen und eine zusätzliche Schleifenimpedanzmessung ist nicht erforderlich.

Dies ist vor allem dann wichtig, wenn eine Schleifenimpedanzmessung nicht möglich ist, wegen nicht sinusförmiger Spannungen, wie sie von Stromrichtern erzeugt werden, oder wenn aus anderen wichtigen Gründen eine Schleifenimpedanzmessung nicht möglich ist. Wenn z.B. die Messung im Betrieb für den Prüfer gefährlich werden kann, oder der Aufwand zu groß wäre, um an die entsprechenden Leiter heranzukommen.

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