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NN004: Was sind Pre - und PostTrigger

Damit der Speicher nur durch Daten mit wichtiger Bedeutung gefüllt wird, wird die eigentliche Aufzeichnung erst durch ein Startsignal (das sog. Triggersignal) aktiviert. Jedes Mal, wenn das Startsignal aktiv wird, werden die Daten während der definierten Zeit aufgezeichnet und als ein so genanntes Ereignis abgespeichert.

Damit der Verlauf der Signale auch vor und nach dem Startzeitpunkt (Triggerzeitpunkt) beobachtet werden kann, besteht ein Ereignis aus drei Teilen: Der Vorgeschichte (Aufzeichnungen vor dem Startzeitpunkt), dem eigentlichen Ereignis und der Nachgeschichte. Die Dauer der Vor- (Pre) und Nachgeschichten (Post) können im Gerät definiert werden.

Speziell die Vorgeschichte (Pre-Trigger) bedarf einer zusätzlichen Erklärung:

 
Sobald das Gerät parametriert ist und die Aufzeichnung gestartet wird, beginnt das Abspeichern der Daten. Diese Daten werden in einen Speicher geschrieben, der, sobald er voll ist, wieder überschrieben wird. Dieses Überschreiben des Ringspeichers dauert solange, bis ein Signal die eigentliche Aufzeichnung startet (Triggerung). Somit steht zu diesem Zeitpunkt die volle Vorgeschichte im Speicher zu Verfügung. Die Vorgeschichte gibt einen Aufschluss über Anomalien im Netz, die für die Auslösung des Triggersignals verantwortlich sein könnten (Motoranlaufstrom).

Beim Mavowatt 30 beträgt die max. mögliche Trigger-Einstellung 100 Perioden (max. 30 Perioden Pre und max. 100 Post). Es sind gerade mal 20 sec., also für die Analyse von einem Motoranlaufstrom völlig ungeeignet, denn der Anfahrvorgang kann 1-2 Minuten dauern.

Mavowatt 40 und 70 sind in der Lage, 10000 Perioden zu erfassen (max. 30 Perioden Pre und max 9998 Post), dies entspricht 3 Minuten. Ausreichend, um einen Anfahrvorgang zu analysieren.

Die Dauer der Aufzeichnung des eigentlichen Ereignisses wird durch das Auslösesignal (Triggersignal) bestimmt: Solange es aktiv ist, wird aufgezeichnet. Bei sehr kurzem Signal wird mindestens während 80 Mikrosekunden aufgezeichnet und bei sehr langem aktivem Signal wird nach der maximalen Zeit (gleich der definierten Ereigniszeit) mit der Aufzeichnung abgebrochen (Post -Trigger). Das Ereignis selbst wird eine Periode lang aufgezeichnet. Die Ereignisdauer ist identisch mit der definierten Ereigniszeit, unabhängig von der Länge des Triggersignals.

Durch die Nachgeschichte werden die Folgen eines bestimmten Ereignisses erkennbar.

Die Folgen können wie folgt aussehen: Schwingungen (Dynamik) im System, Spannungsschwankungen oder Spannungsunterbrechungen.

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